körper_fabrik   l   2022


Bereits der Titel     körper_fabrik    trägt durch die Nebeneinander- bzw. Gegenüberstellung zweier Begriffe, die zunächst konträr und unvereinbar erscheinen, eine hohe Ambivalenz in sich. Während mit    körper    etwas Organisches, Warmes, Lebendiges assoziiert wird, steht     fabrik    hingegen für etwas Technisches, Kaltes und aus totem Material Konstruiertes. Körperfabriken sind Orte zahlreicher Ambivalenzen. Vor der politischen Öffentlichkeit werden sie und alles, was darin geschieht, meist bewusst verborgen gehalten. Gleichzeitig ist der tägliche Konsum unserer Wohlstandsgesellschaft eng mit ebendiesen unsichtbaren Orten verknüpft. Während Fleisch häufig mit Genuss, Wohlstand und Festmahl verbunden wird, erwecken Schlachthöfe eher unangenehme Assoziationen.
körper_fabrik    verweist auf die Kluft zwischen Konsum und Produktion ein- und desselben Produktes und möchte diese aufheben: Es geht um das Sichtbarmachen des Unsichtbaren – unsichtbarer Verbindungen und Zusammenhänge, unsichtbarer Protagonist*innen, Körper und Geschichten, menschlicher und tierischer Art. Dadurch soll eine tiefere Auseinandersetzung mit industriellen Schlachthöfen ermöglicht werden, in denen meist Hunderte Arbeiter*innen unter schwerster körperlicher und psychischer Anstrengung am laufenden Band Tausende Tierkörper pro Tag verarbeiten, um unseren enormen Fleischverbrauch zu gewährleisten, der von kleinen Familienbetrieben längst nicht mehr getragen werden kann.
Die Installation besteht aus drei Werkgruppen mit je unterschiedlichem Schwerpunkt. Die zahlreichen Verbindungen, die sich zwischen ihnen ziehen lassen, ermöglichen einen Einblick in die komplexen Zusammenhänge zwischen alltäglichen Mahlzeiten, tierischen Körpermassen und Arbeitsalltag von Fabrikarbeiter*innen.
Broschüre Diplomausstellung D o w n l o a d

Bovine (Traumsequenz)   l   2021

Animation

    Heartbeat   l   2018

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